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Ortsfamilienbuch Wormstedt"Wormstädt, Wormstedt vulgo Wormscht, in urkunden auch Wormbstett, und Wurmbstedt, ein Mannlehen= Ritter= und Schatullengut und Pfarrkirchdorf in dem Großherzogth. Sachs. Weimar, in dem Weimarischen Kreise, im Amte Dornburg, 3 Stunden nördlich von Jena, 1 ½ Stunde westl. von der Saale, 1 ¼ Stunden nordwestlich von der Stadt Dornburg, und eben so weit östlich von der Stadt Apolda, am Wilsdorfer Bache, der nördlich nach der Ilm zufließt, in einer angenehmen Gegend gelegen. Der Ort war bereits im J. 1322 ein Pfarrkirchdorf, wie Urkunden es beweisen; in einer solchen wird in diesem Jahre dem Gotteshause Wormbstett ein Eimer Wein legiert; es scheint zu dieser Zeit auch die hießige Kirche ein Filial von Dornburg gewesen zu seyn, denn noch jetzt haben die Pfarrer in Dornburg noch mehrere Grundstücke auf hiesiger Flur; auch nennt mann hier einige Pfarrländereien Kapellen=Äcker. Das hiesige schriftsässige Rittergut, mit welchem die Felder eines Siedelhofs vereinigt sind, besitzt die Familie von Milkau, auf Großmilkau, die es etwa vor 100 Jahren von denen v. Wolframsdorf erkauften. Diesem Rittergute steht das Kirchenpatronat und die volle Gerichtsbarkeit über den größten Theil des Ortes zu; der übrige Theil aber steht unmittelbar unter dem Amte Dornburg. Der ganze Ort zählt nach dem Brandkataster 95 Gebäude ( der Staatskal. von 1823 giebt nur 86 Hüser) wobei aber Kirche, Pfarre und Schule, Brauhaus, Backhaus und Hirtenhaus, die Rittergutsgebäude, so wie die zum selben Rittergute gehörige Froschmühle am Utenbache eingerechnet sind. Die Gemeinde Hat 84 Häuser und 4 Baustätten; es solleten gegen 400 Einwohner hier seyn, allein es werden nur 350 und 355 angegeben. Die Flur hält, mit Einschluß des Ritterguts und der geistlichen Grundstücke (400 Acker ausmachend) gegen 1600 Acker Artland a 160 Ruthen Aussaat. Der Wiesen giebt es nach Verhältniß wenige. Die einzige Nahrung ist der Ackerbau, der mit viel Aufmerksamkeit und Nutzen betrieben wird, wozu die Stallfütterung des Rindviehes, und häufiger Kleebau mitwirken. Sonst nahm der Ort an der, durch die nur eine Stunde entlegene Strumpffabrikstadt Apolda veranlaßte Strumpfstrickerei lebendien Antheil, der aber bald, wegen des sich verminderteden Verdienstes, aufhörte. Das Dorf steuert terminlich 63 meißn. Fl. und entrichtet bedeutende Zinsen sowohl an’s Amt Dornburg, als an das Rittergut, so wie an die Pfarrei Utenbach, Dornburg, Dorndorf, die Schule zu Beutnitz, das Rentamt Tautenburg, das Rentamt Niederroßla, das akademische Rittergut zu Apolda, die ehemalige Kommende Zwätzen und hießige Kirche. Es muß auch einige Frohndienste dem Rittergute Wilsdorfleisten, so wie dem hiesigen Rittergute viele Handfrohnen. Der Gemeinde gehören Back=, Brau= und Schenkgerechtigkeit gegen Zinsen. Pfarrei und Schule sind nur mittelmäßig dotiert; letztere hat in neuerer Zeit eine eigene Bibliothek, mit einem Legat zur Anschaffung neuer Bücher, von 50 Thallern. Die hießige Kirche wurde 1617 neu erbaut und 1717 renoviert. Sie ist jetzt in gutem Stande, und geräumig genug; auf dem hohen steinernen Thurme hängen 3 schöne Glocken, mit einer Uhr versehen." Quelle: Vollständiges Staats= Post= und Zeitungs= Lexikon von Sachsen , 13.Bd. 1825
Stand 11.8.2026:
Hinweise zu Fehlern, falschen Angaben und Ergänzungen sind jederzeit willkommen.
Rainer Mangner |
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letzte Aktualisierung der Datenbank Ortsfamilienbuch Wormstedt: 28.08.2026 Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons - Namensnennung 4.0 International Lizenz
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