Banner
Home GenWiki Zeitschrift Regional Datenbanken DigiBib DES Software Mailinglisten Forum Vereine Links Hilfen/FAQs
GEDBAS FOKO GOV OFBs Adressbücher Familienanzeigen Grabsteine Totenzettel Verlustlisten 1. WK Literatur Metasuche

Home > Datenbanken > Ortsfamilienbücher > Beerfelden (Oberzent)

Spacer Spacer
:: Wappen


 
:: Funktionen
Pfeil Gesamtliste der Familiennamen
Pfeil Auswärtige Geburtsorte
Pfeil Auswärtige Sterbeorte
Pfeil Auswärtige Heiratsorte
Pfeil Auswärtige Lebensorte
 
:: Statistik
40.815 Personen
10.292 Familien
 
:: Sprachen
English English
Dansk Dansk
Español Español
Francais Francais
Magyar Magyar
Lietuviškai Lietuviškai
Nederlands Nederlands
Polski Polski
Româneşte Româneşte
Русский Русский
Svenska Svenska
Slovenčina Slovenčina
Norsk Norsk
Português Português
Česky Česky

Ortsfamilienbuch Beerfelden (Oberzent)

Beerfelden wurde bereits im 10. Jahrhundert vom Kloster Lorsch zum Lehen gegeben und im Jahr 1032 unter dem Namen „Burrifelden“ im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt.

Im Jahre 1328 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer in Tibur, dem heutigen Tivoli bei Rom, Beerfelden die Stadtrechte. Verbunden war dies mit dem Recht, am Dienstag jeder Woche einen Markt abhalten zu dürfen. Beerfelden blickt somit auf eine lange Tradition als Marktort zurück. Auch in heutiger Zeit zieht der am 2. Wochenende im Juli abgehaltene Pferde-, Fohlen- und Zuchtviehmarkt mit einem Reit- und Springturnier und vor allem der Viehschau am Marktmontag ein zahlreiches Publikum aus Nah und Fern an.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Stadtgründungen aus dieser Zeit verfügte Beerfelden nie über Befestigungsanlagen. Dennoch war es in früherer Zeit die größte Stadt in der Grafschaft Erbach. Wohlstand brachten Landwirtschaft und Gewerbe. Hier ist vor allem die Tuchmacherei zu erwähnen, die allerdings im 19. Jahrhundert der Konkurrenz durch mechanische Webstühle, die von Wasserkraft oder Dampfmaschinen angetrieben wurden, Tribut zollen musste. Bis dahin waren Beerfelder Tuche wegen ihre guten Qualität weit gerühmt.

Die günstige Lage der Stadt an der Verbindungsstraße vom Mümlingtal zum Neckar begünstigte auch die Zahl der gastronomischen Betriebe. Noch nach dem 2. Weltkrieg zählte Beerfelden weit über 40 Gastwirtschaften.

Beerfelden war auch Sitz der gräflichen Verwaltung des Amtes Freienstein. Ende des 16. Jahrhunderts wurde außerhalb der Stadt auf einer weit sichtbaren Anhöhe an der Landstraße nach Airlenbach ein "dreischläfriger" Galgen errichtet, der entgegen gesetzlicher Vorschriften im 19. Jahrhundert nicht abgerissen wurde und zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der heutigen Stadt Oberzent gehört. Dazu zählt auch der in der Stadtmitte gelegene 12-Röhrenbrunnen mit der Mümlingquelle.

Als größte Katastrophe ist der Stadtbrand vom 29. April 1810 in die Stadtgeschichte eingegangen. An diesem Tag entstand nach längerem trockenen Wetter in der Brunnengasse ein Kaminbrand, der - angefacht von heftigem Wind - innerhalb weniger Stunden 181 von 237 Wohnhäusern in Schutt und Asche legte und viele Menschen das Leben kostete. Auch die Kirche und das Rathaus wurden ein Raub der Flammen.

Beerfelden erfuhr in dieser Zeit sehr viel Hilfe von auswärts, auch der Großherzog in Darmstadt unterstützte den Wiederaufbau tatkräftig, so dass die Stadt mit breiteren Straßen und größeren Abständen zwischen den Häusern durch den Baumeister des Großherzogs neu geplant und innerhalb von zwei Jahren wieder aufgebaut werden konnte. Alle Häuser wurden mit Ziegeln gedeckt, Strohdächer wurden verboten..

Wie durch ein Wunder wurde bei diesem Brand die Sakristei der Kirche vom Feuer verschont, so dass die Kirchenbücher ab dem Jahr 1677/78 gerettet werden konnten, während ältere Kirchenbücher leider nicht mehr erhalten sind. Die durch den Heimat- und Geschichtsverein Oberzent über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren erfolgte Erfassung der Kirchenbücher durch viele ehrenamtliche Helfer bildete die Grundlage für dieses Ortsfamilienbuch.

Ebenso wie die Wohn- und Geschäftshäuser wurde auch die Kirche wieder aufgebaut. Am gleichen Platz wie vorher, aber bedeutend größer. Die Martinskirche ist die größte im heutigen Odenwaldkreis und fasste vor mehreren Umbaumaßnahmen im 20. Jahrhundert 2.000 Besucher. Glanzstück ist neben der Orgel ein Fenster mit einer Kreuzigungsgruppe, das 1806 unter Graf Franz I. ins Erbacher Schluss verbracht wurde und um dessen Rückgabe ein jahrzehntelanger Streit mit dem Grafenhaus tobte, bis das Fenster im Revolutionsjahr 1848 wieder seinen Platz in der neu erbauten Beerfelder Kirche bekam. Ein Gutes hatte diese Auseinandersetzung dennoch, denn wäre das Fenster in Beerfelden verblieben, wäre es bei dem großen Brand ebenfalls verbrannt. So überstand es diese Feuersbrunst unbeschadet in Erbach.

Heute ist Beerfelden die Kernstadt und der größte Stadtteil der zum 1.1.2018 neu gegründeten Stadt Oberzent, flächenmäßig nach Frankfurt und Wiesbaden die drittgrößte Stadt in Hessen.




:: Weitere Links
Pfeil Bundesland Hessen
Pfeil Odenwaldkreis
Pfeil Beerfelden im geschichtlichen Ortsverzeichnis GOV
Pfeil Offizielle Homepage
Pfeil Beerfelden in Wikipedia
Pfeil Lage, Stadtplan Beerfelden
:: Kontakt
Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Manfred Heiss