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Ortsfamilienbuch Ritterhude

Ritterhude (Plattdeutsch Hu’e) ist heute eine niedersächsische Gemeinde im Landkreis Osterholz, bestehend aus den 1974 eingemeindeten, ehemals selbständigen Orten Ihlpohl, Lesumstotel, Platjenwerbe, Ritterhude, Stendorf und Werschenrege. Sie liegt nördlich der Stadt Bremen (Freie Hansestadt Bremen) mit einer zehn Kilometer langen gemeinsamen Landes- und Stadtgrenze. Der Naturraum wird durch die Marsch-, Moor- und Schwemmlandschaft der Hamme- und Wümme-Niederung und die eiszeitlich geprägte Geestlandschaft mit ihren Sand- und Lehmböden bestimmt.

Der ursprüngliche alte Ort Ritterhude ist die Grundlage für dieses Ortsfamilienbuch, das auf  der Basis der vorhandenen Kirchenbücher der evangelischen St. Johannes-Kirche für den Zeitraum von 1820 bis 1875 erstellt wurde.

1906 1906 1914 1928
Die Postkarten anklicken zum Vergrößern



Frühe Geschichte
(Quelle: Kurt und Helga Müller, Ritterhude)

In einem Register der „Freien Dämme" werden 1568 unter „Börde Lessem Dam thor Hude" die Namen von 52 Einwohnern genannt und der Betrag des von diesen zu zahlenden Schatzes. Ein Register der „Freien“ von 1586 nennt 68 Schatzpflichtige „Zur Hude", es enthält außerdem genaue Angaben über die vorhandenen Gebäude und den Viehbestand.

Die Restantenverzeichnisse von 1602-1621 berichten von Armut und Armseligkeit und manchmal auch von deren Ursachen. Die Steuer, der „Schatz", kann nicht bezahlt werden, weil das Haus „niedergefallen" oder „abgebrannt" ist, andere Restanten sind verarmt und betteln. Wiederholt haben die von der Hude den Besitz „an sich genommen" oder die Leute von ihren Stellen „vertrieben" um selber darauf zu bauen. Eine Schatz- und Contributions-Beschreibung für das Jahr 1635 kennt nur noch 39 und 1641 dann 51 Schatzpflichtige

Ein Schatzregister von 1647 enthält Angaben über die Grundherren. Danach waren bei Detlef v.d. Hude (Liethenhof und Eichhof) 22 Einwohner bemeiert; bei Barthold v. Reimershusen (Dammgut) 7 Einwohner; bei Arend v. d. Hude (Hudenhof) 6 Einwohner; bei seel. Cordt Christoph v. d. Hude (Fergersberg) 4 und bei Barthold v. d. Hude (kein
Adelssitz in Ritterhude) 5 Einwohner; „sämtlicher Junker Meyer" waren 2 Einwohner; als Eigentümer wurden ebenfalls 2 Einwohner genannt. Aufgeführt sind nur 48 Schatzpflichtige.

Erstmals finden sich in diesem Register Angaben über das bewirtschaftete Ackerland, bemessen nach „Bremerscheffelsaat" und „Viertelsaat" (1 Scheffel = 4 Viertel). 5 Scheffelsaat war die größte Ackerfläche, 3 Scheffel wurden zweimal, 2 Scheffel 2 Viertel zweimal, 2 Scheffel 1 Viertel einmal angegeben. Acht Meier besaßen je 2 Scheffel, drei 1
Scheffel 3 Viertel, sechs 1 Scheffel 2 Viertel und drei 1 Scheffel. Während zwei Meier immerhin noch 2 Viertelsaat beackern konnten, hatten die restlichen 20 kein Ackerland. Etwa ab 1660 wurden neue Meier angesiedelt. Mannschaftsrollen, die die Namen der Hauswirte und ihrer militärpflichtigen Söhne enthalten, belegen 68 Familien für 1682, 87 Familien für 1691 und 90 Familien für 1710.

Bei Einführung der Brandkassen-Pflichtversicherung 1759 wurden für Ritterhude 156 Brandkassennummern in der Reihe vergeben, Fortschreibungen folgten nach Versicherungsjahr. Hüderbeek erscheint als selbständiger Ortsteil mit eigenen Nummern.
Erste Hausnummern wurden 1812 von der französischen Verwaltung eingeführt. Insgesamt 231 Nummern kennzeichneten die zum Dorf gehörigen 5 adligen Güter, 34 Pflugkaten, 2 Halb-Pflugkaten, 14 Handkaten, 2 Halb-Handkaten, 40 Kohlhöfe und 127 Anbaustellen. Außerdem die drei Häuser der Gerichtsbedienten, Pfarrhaus, Pfarrwitwenhaus, Schul- und Küsterhaus und Nebenschule mit Lehrerwohnung.

Da die Hausnummern von 1812 häufig mit den älteren Brandkassennummern verwechselt wurden, gab es ab 1826 einheitliche Nummern, die bis zur Hausnummer 242 reichten. In den Folgejahren wurden diese fortgeschrieben bis zur Nummer 261. Ein drittes Mal wurden die Hausnummern bei der Erneuerung der Grundsteuer- Mutterrolle 1854 bis 1863 geändert. 269 Hausnummern wurden in der „Reihe" vergeben und später fortgeschrieben bis zur Nummer 653 im Jahr 1949.

Die ältesten Stellen Ritterhudes lagen in der Nachbarschaft der adligen Höfe und an der alten Dorfstraße (Riesstraße/Beekstraße). Während die Katen überwiegend zur Hamme hin standen, finden sich auf der anderen Straßenseite vermehrt Kohlhöfe und Anbauern. „Hinter den Höfen" gab es vom Fergersberg bis zur Beek eine dritte Häuserreihe (Goethestraße/Auf dem Berge), die von Anbauern bewohnt war. Eine Kohlhöfner- und Anbauersiedlung gab es 1759 in der Dammbauerschaft in der „Neustadt“, in der Oberbeckerbauerschaft „Im Orth“ und am „Struckberg“. Eine zur Mittelbauerschaft gehörende Anbauersiedlung war das abseits gelegene Vierhausen. Die Höfe an der Nordseite gehörten ebenfalls zur Mittelbauerschaft. Der im Beektal gelegene Ortsteil Hüderbeck zählte zur Oberbeckerbauerschaft und wurde von Handkötnern und Kohlhöfnern bewohnt.

Dokumentation der Geschichte der Häuser in Ritterhude

In mehr als 40 Jahren intensiver Forschungsarbeit in diversen Archiven, dem Zeitungsarchiv und durch frühzeitige Befragung der älteren Bewohner gibt es eine detaillierte, informative und weitreichende Ausarbeitung von Kurt (†) und Helga Müller, Ritterhude, auch über die einzelnen Häuser Ritterhudes und deren Bewohner, unterlegt mit vielen historischen Fotografien. Sie beinhalten ebenfalls Ausarbeitungen von Ernst Schütze, Bremen, der sich mit den frühesten Kirchenbucheintragungen dieses Dorfes befasst hat.

Helga Müller (helmuell@ewe.net) steht gern für Auskünfte zur Geschichte der Ortschaft Ritterhude und deren Bewohner zur Verfügung. Die Arbeiten sind jedoch auch im Kreisarchiv Osterholz-Scharmbeck, dem Heimatverein Ritterhude e. V. und in „DIE MAUS“ – Gesellschaft für Familienforschung e. V. in Bremen, einsehbar. Die detaillierte und umfangreiche Quellenlage zu den Recherchen findet sich im GenWiki unter
http://wiki-de.genealogy.net/Ritterhude,_OFB

Hinweis

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Datenbank die eigene Forschung nicht ersetzen kann, denn auch bei größtmöglicher Sorgfalt können mir Fehler bei Daten, Ortsangaben oder bei Familienverknüpfungen unterlaufen sein, so dass ich keine Haftung für Richtigkeit übernehmen kann.
An dieser Stelle möchte ich mich bedanken bei Helga Müller, die mich in meiner Arbeit unterstützt hat, mir bei der Zuordnung der Familienmitglieder behilflich war und immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Verwendete Quellen für das Ortsfamilienbuch

Dieses Ortsfamilienbuch basiert auf den Eintragungen im Kirchenbuch Ritterhude (Trauungen, Taufen, Beerdigungen) für die Zeit ab 1820 – 1875. Eine Fortführung der Erfassung und damit ein kontinuierliches update ist geplant.


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Pfeil Ritterhude im genealogischen Ortsverzeichnis GOV
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:: Kontakt
Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Erhard Riemer