Banner
Home GenWiki Zeitschrift Regional Datenbanken DigiBib DES Software Mailinglisten Forum Vereine Links Hilfen/FAQs
GEDBAS FOKO GOV OFBs Adressbücher Familienanzeigen Grabsteine Totenzettel Verlustlisten 1. WK Literatur Metasuche

Home > Datenbanken > Ortsfamilienbücher > Naunheim (Wetzlar)

Spacer Spacer
:: Funktionen
Pfeil Gesamtliste der Familiennamen
Pfeil Geburtsorte auswärtiger Personen
Pfeil Sterbeorte weggezogener Personen
 
:: Statistik
12.087 Personen
3.377 Familien
 
:: Sprachen
English English
Dansk Dansk
Español Español
Francais Francais
Magyar Magyar
Lietuviškai Lietuviškai
Nederlands Nederlands
Polski Polski
Româneşte Româneşte
Русский Русский
Svenska Svenska
Slovenčina Slovenčina
Norsk Norsk

Ortsfamilienbuch Naunheim (Wetzlar)

Diese Ortsfamiliendatenbank wurde von Manfred Kern (+ 2011) eingerichtet und bearbeitet. Nach seinem Tod ist Martin Moosbacher der Ansprechpartener, der die Arbeit in seinem Sinne weiterführt.


Naunheim ist eines der ältesten Dörfer im mittleren Lahntal. Erstmalig erwähnt wird »Niuuenheim« in der Schenkungsurkunde der »Willequeme« vom 28. Juli 784 n. Chr. im Lorscher Codex. Nach der Einteilung seines Reiches in Gaue un-ter Karl dem Großen zählt Naunheim zum Lahngau (in pago Logenehe). Auf das Bestehen einer Siedlung lassen fränkische Gräberfunde am »Berg« nordwestlich der Kirche schließen, die ungefähr dem 6. nachchristlichen Jahr-hundert zuzuordnen sind.

Flurnamen und historische Quellen belegen, dass wir in der Naunheimer Ge-markung von einer weiteren Siedlungsstelle ausgehen dürfen. Die in histori-schen Quellen belegte Wüstung »Umbach« (29. Mai 844), hat in einem Seitental etwa 1000 m nördlich von Naunheim gelegen.

Vogtgüter im Naunheimer Feld sind im Besitz der Kropbacher Vogtei nahe bei Heuchelheim gewesen.

In zahlreichen Urkunden wird das Naunheim – Blasbacher Gericht genannt. »Dazu gehörten: das Dorff Naunheim, Waldgirmes, Blasbach und der Hoff Goß-lingshausen oder Hanauw« (Hof Haina).

Zu erwähnen ist auch die »Heerstraße« bei Naunheim. Diese Straße überschrei-tet die Lahn an der »Lintfurt« (1314 u. 1329). Nach Nordosten zieht sie mit der Marburger Straße auf den Dünsberg.

Im Hochmittelalter finden wir als Herren nacheinander die Grafen von Gleiberg bis etwa 1180, die Grafen von Merenberg und die Grafen von Solms. Letztere, ständig von Geldsorgen geplagt, teilen im 14. Jh. die Herrschaft mit den Land-grafen von Hessen. Reibereien und Rechtsstreitigkeiten zwischen den Parteien häufen sich und führen 1619 zur Trennung des Gemeinschaftsbesitzes. Den Tei-lungsvertrag vom 30. Okt. 1629 bestätigt Kaiser Ferdinand II. am 31. Aug. 1630. Naunheim ist nun Teil der Landgrafschaft Hessen – Darmstadt, die 1567 aus der Aufteilung der Landgrafschaft Hessen entstanden ist.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 werden die politischen und rechtlichen Grundlagen des alten Reichs zerstört. Auch Hessen – Darmstadt wird neu gegliedert. 1806 muss der hessische Landgraf Mitglied des napoleoni-schen Rheinbundes werden. Als Ausgleich erhält er den Titel Großherzog. Erst nach der Völkerschlacht bei Leipzig wechselt Hessen – Darmstadt zur Koalition der Siegermächte. Durch den Wiener Kongress von 1815 wird auch die Neu-gliederung des Großherzogtums bestimmt. Naunheim ist nun Teil der Provinz Oberhessen.

Auf der Grundlage der 1820 erlassenen Verfassung des Großherzogtums Hessen – Darmstadt werden Landratsbezirke geschaffen. Der Landratsbezirk Gießen entsteht u.a. aus dem Amt Königsberg mit Naunheim. Seit 1821 hat Naunheim eine eigene Bürgermeisterei, einen ehrenamtlichen Bürgermeister.

Mit der Aufhebung der Landratsbezirke durch das Organisationsedikt vom 06. Juni 1832 wird eine Vereinfachung der Verwaltung bezweckt. Die Reform bringt eine Neubildung von größeren Verwaltungseinheiten, die nun Kreise hei-ßen. Bestandteile des Kreises Gießen sind die Stadt Gießen und 12 Ortschaften, darunter Naunheim.

In dem Deutschen Bruderkrieg von 1866 steht das Großherzogtum Hessen auf der Verliererseite. Folge davon ist dieAbtretung eines Teils des Kreises Gießens mit Naunheim (Muss-Preußen) an das Königreich Preußen. Preußen formt aus dem abgetretenen Gebiet den Kreis Biedenkopf (hessisches Hinterland) und teilt diesen der Provinz Hessen – Nassau zu.

Erst am 01. Okt. 1932, nachdem der Kreis Wetzlar an Hessen – Nassau und da-mit in den Regierungsbezirk Wiesbaden eingegliedert wird, heißt für Naunheim die neue Kreisstadt Wetzlar.

Seit 01. Jan. 1977 ist die Gemeinde Naunheim ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Lahn geworden. Nach deren Auflösung wird der Ort vom 01. Aug. 1979 an als Stadtteil nach Wetzlar eingemeindet, das dem Lahn – Dill – Kreis zugeteilt ist.
Mit rund 3.900 Einwohnern ist Naunheim der größte unter den 8 Stadtteilen.

Älteste Zeugen der Vergangenheit sind die Kirche und die alte Lahnmühle.
Urkundlich belegt die Quelle aus dem Jahr 1338 die Existenz einer Kirche (Ka-pelle): »einen Acker, neben dem Acker der Kirche zu Naunheim«. Am 26. März 1446 stiftet der Naunheimer Schöffe Henne Kaldenacht u.a. »dem Bau der Kir-che zu Naunheim eine Bodengülde«. Der Turm mit seinen 6,68m x 5.85m In-nenmaßen und 1,16m Mauerwerkstiefe, ist spätgotisch. Das Kreuzgewölbe mit den Sandsteinträgern und den Figuren zeigt gotische Formen, wie auch die 2 spitzbogigen Fenster in der Ost- und Südwand. Der Innenraum ist mit 14 holz-geschnitzten Heiligenfiguren geschmückt gewesen. Maria mit dem Christuskind, Anna Selbtritt und eine Kreuzigungsgruppe sind erhalten.

Ein besonderes Ereignis dürfte 1647 die Beisetzung des »Amtmann Junker« in der Kirche gewesen sein. Auf dem erhaltenen Epitaph steht geschrieben: Junk-her Strackisch Johann Joachim Junkher von Darmbstadt, Vogt zu Wetzlar, ge-wesener Ambtmann auf Königsbergk starb zu Königsbergk anno 1647 seines Alters 56 Jahre. Die Grabplatte daneben verweist auf den Tod seiner Ehefrau Christina Herdin am 25. Nov. 1635.

Das alte Holzkirchenschiff, das sich südlich an den Turm angeschlossen hat, wird 1739 abgebrochen und ein neues massives Schiff aus Natursteinmauerwerk an die Westseite des Turms angebaut. Größer wird die Kirche durch die Erwei-terung nach Westen im Jahr 1966. 1978 vergrößert man die Kirche mit dem Bau des Ökumenischen Gemeindezentrums erneut.

Die Naunheimer Kirche ist das erste gemeinsame Gotteshaus, das nach Plänen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden errichtet wird.
Die 1457 in einer Urkunde erwähnte Lahnmühle der Grafen von Solms, 1984 völlig abgebrannt, 1985 wieder aufgebaut, ist heute Gourmetrestaurant und Ho-tel.

Bemerkungen / Quellen:

Das alte Naunheimer Kirchenbuch beginnt 1688 und endet 1879. Die weiteren Daten bis ca. 1940 wurden den Geburts- Sterbe- und Heiratsprotokollen der Evangelischen Kirche Naunheim von dem ehemaligen Pfarrer Otto Anthes und Heinrich Ludwig Kern entnommen. Aufgezeichnet sind 2216 Familiennamen sowie deren Kinder.
Eine aufschlussreiche Quelle ist die Eigenleuthliste von 1564.
Interessante Quellen, die Naunheimer Bürger betreffend sind im Internet unter
a. familysearch.org
b. rootsweb.com
c. lagis-hessen.de
d. hadis.hessen.de
e. ortsfamiliebuecher.de
zu finden.

Ich danke Herrn Pfarrer Eberhard Arnold, Naunheim für seine Bemühungen, damit auch für Naunheim ein Ortsfamilienbuch geschrieben werden kann. Das Erscheinen im Internet wird viele Kontakte mit der ganzen Welt auslösen.

Manfred Kern


:: Weitere Links
Pfeil Bundesland Hessen
Pfeil Lahn-Dill-Kreis
Pfeil Naunheim (Wetzlar) im geschichtlichen Ortsverzeichnis GOV
Pfeil Genealogische Literatur Naunheim (Wetzlar)
Pfeil Naunheim (Wetzlar) in Wikipedia
Pfeil Lage, Stadtplan Naunheim (Wetzlar)
:: Kontakt
Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Martin Moosberger