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Ortsfamilienbuch Günthersdorf

Das Dorf Günthersdorf (heute Godzieszów) liegt ganz im Westen Schlesiens am östlichen Rand der Lausitz im ehemaligen Landkreis Bunzlau in etwa gleicher Entfernung zu den Städten Bunzlau und Görlitz an der ehemaligen Reichsstraße 115. Die Stadt Görlitz -und damit die heutige deutsch-polnische Grenze- liegt etwa 30 km entfernt in westlicher Richtung.

Die Gemeinde Günthersdorf gehörte bis 1945 -ebenso wie der Gutsbezirk Günthersdorf- zum Amtsbezirk Gersdorf am Queis im Landkreis Bunzlau, Regierungsbezirk Liegnitz in Niederschlesien. Im Jahre 1939 umfasste die (mehrheitlich katholische) Einwohnerschaft 838 Personen.

Die Gründung des Ortes erfolgte im 13.Jahrhundert im Rahmen der Ostkolonisation durch Siedler aus dem fränkisch-thüringischen Raum. Das Dorf gehörte zur Oberlausitz und stand mit dieser lange unter der Krone Böhmens, seit 1635 jedoch unter der Kursachsens. Die Besitzer und gleichzeitig Herren des Günthersdorfer Rittergutes, waren Vasallen der Herrschaft Friedland in Böhmen. Von dort erfolgte die Belehnung auch dann noch, als die Lausitz bereits an Sachsen gefallen war. Im Jahre 1720 entstand im Rahmen der Lehensverreichung ein Streit zwischen dem Gutsherren von Günthersdorf und seinem Lehnsherren, dem Grafen Clam-Gallas, in dessen Verlauf sich der Gutsherr bei der Landesregierung in Prag über seinen Lehnsherrn beschwerte. Hier stellte man nun fest, daß Günthersdorf in die böhmische Landtafel gar nicht eingetragen war und beeilte sich, die Eintragung zu nachzuholen. So wurde Günthersdorf eine böhmische Enklave in der sächsischen Oberlausitz. Die Zugehörigkeit zu Böhmen währte bis zum Frieden von Schönbrunn vom 18.10.1809, bei dem Günthersdorf an der Spitze einiger weiterer Enklaven der sächsischen Krone zugeschlagen wurde. Die Bestimmung des Friedensvertrages blieb wegen der unsicheren politischen Lage zunächst jedoch unausgeführt und die nachfolgenden Befreiungskriege machten alle zuvor mit Napoleon abgeschlossenen Friedensverträge hinfällig. Erst durch den Spruch des Wiener Kongresses 1815 kam das Dorf mit einem Teil der Oberlausitz nun an Preußen. Dabei wurde es nicht wie die umliegenden Dörfer von der sächsischen, sondern von der österreichischen Regierung dem neuen Landesherren übergeben.

Noch wechselvoller als die politische ist die kirchliche Geschichte des Dorfes. Es gehörte ursprünglich mit der ganzen Oberlausitz zur Diözese Meißen und besaß bereits 1346 eine eigene Pfarrei, die unter dem Erzpriester von Lauban stand. Als in den kirchlichen Wirren des 16. Jahrhunderts das Meißener Bistum unterging, erlosch der Katholizismus vorübergehend auch in Günthersdorf. Doch von der böhmischen Landesherrschaft aus setzte bald die Rekatholisierung ein und der Erzbischof von Prag ließ die Kirche von Günthersdorf durch den Pfarrer der Nachbargemeinde in Hennersdorf verwalten. Ab 1764 hatte Günthersdorf wieder einen eigenen katholischen Pfarrer der jeweils vom Erzbischof in Prag eingesetzt wurde. Ab 1792 wurde Günthersdorf dann dem Bistum Leitmeritz zugeschlagen und vom Vikariat Friedland aus verwaltet. Erst unter der preußischen Krone wurden dann auch die kirchlichen Grenzen neu gezogen und der Ort kam 1823 zur Diözese Breslau, wurde zunächst dem Archipresbyteriat Naumburg am Queis zugeschlagen bis er ein Jahr später mit den übrigen lausitzer Pfarreien das neu gegründete Archipresbyteriat Lauban bildete.

Zum Ortsfamilienbuch selbst: Als Datenquelle für die Erstellung des Buches dienten im Wesentlichen die standesamtlichen Unterlagen (Geburten, Heiraten, Sterbefälle) der Gemeinde Günthersdorf die von 1874 bis zurzeit 1911 lückenlos erhalten sind und im polnischen Staatsarchiv im Bunzlau lagern. Da in den Sterbeeinträgen auch die Eltern der Verstorbenen genannt werden, kann man also günstigenfalls Vorfahren nachweisen, die deutlich vor 1800 geboren wurden. Einzelne Einträge reichen noch um Einiges weiter zurück, wenn Daten aus weiter zurück reichenden Quellen übernommen werden konnten, wie zum Beispiel aus den Kirchenbüchern des benachbarten Kirchspiels Naumburg am Queis, für das bereits ein eigenes Ortsfamilienbuch existiert. Auf die einzelnen Querverbindungen zwischen beiden Büchern wird bei den entsprechenden Personendatensätzen jeweils hingewiesen.

Die Nutzer des Ortsfamilienbuches werden gebeten den Autor auf mögliche Fehler hinzuweisen und eventuell vorhandene Ergänzungen aus eigenen Forschungen mitzuteilen.

Mahlow, im März 2016
Ulrich Hübner


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Ulrich Hübner