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Ortsfamilienbuch Gilge

Kirche in GilgeDies ist der Zwischenstand auf dem Wege zu einem Ortsfamilienbuch des Kirchspiels Gilge, in dem der überwiegende Teil des Taufregisters des Zeitraums 1730 bis 1835 verarbeitet ist, sowie aus den Kirchenbüchern der Jahre 1808 bis 1820 nahezu alle Heiratseinträge sowie die bereits viele der Sterbeeinträge. Für die Zeit nach 1820 sind keine Verfilmungen der Kirchenbücher vorhanden. Die Verfilmungen der Zeit vor 1808 sind nur sehr schwer lesbar, aber ich habe mir vorgenommen auch diese nach und nach zu erfassen.

Stand 1939 gehörten zum Kirchspiel Gilge die Gemeinden Gilge, Elchwerder (Nemonien), Marienbuch, Forstgutbezirk Tawellenbuch (Tawellninken). In früheren Zeiten auch noch die Orte Lauknen (Hohenbruch seit 1856 eigenständiges Kirchspiel), Petrikken, Szetrikken, Schenkendorf, Heidendorf, Juwent

In dem Heimatbuch „Der Kreis Labiau“ von Rudolf Grenz heißt es über das Kirchspiel:

„Das Kirchspiel Gilge war das nördlichste des Kreises Labiau Bis 1710 mußten die Gilger über das Kurische Haff nach Labiau zur Kirche fahren. Die erste Kirche war ein Fachwerkbau, hatte weißes Gestühl, einen Taufengel und viele Figuren auf dem Gottestisch. Die neue Kirche wurde 1840 aus Ziegeln im neugotischen Stil erbaut, sie hatte keinen Turm und nur eine Glocke, die zweite ruhte auf dem Grund des Haffes. Nach alten Chroniken waren für die im Bau befindliche Kirche ursprünglich zwei Glocken vorgesehen. Bei dem Transport dieser Glocken per Schiff über das Haff gerieten die Männer in einem Sturm. Um nicht zu kentern, wurde eine Glocke ins Wasser geworfen, dabei ertrank auch einer der Männer. Er wurde später geborgen und an der Kirche begraben. Das Innere der neuen Kirche machte fast einen nüchternen Eindruck. Emporen laufen rings herum, außer an der Ostwand. In der Altarnische steht ein Kanzelaltar, der noch einige Holzfiguren aus der ersten Gilger Kirche besitzt.
Der Verkehr spielte sich größtenteils auf den Wasserstraßen und auf dem Haff ab. Erst 1927 erhielt Gilge eine feste Straßenverbindung nach Elchwerder/Nemonien. Gilge und auch Nemonien waren nicht nur wohlhabende Fischerdörfer, sondern auch beliebte Ausflugsziele wegen ihrer malerischen Dorfkulisse. Die Gasthäuser Adomeit in Gilge und Elchkrug in Nemonien waren legendär und weit über die Grenzen des Kreises bekannt. Der Heimatdichter Leo Guttmann stammte aus Gilge.“

Zwischen diesem Ortsfamilienbuch und dem Ortsfamilienbuch Inse bestehen enge Verknüpfungen, da es eine Vielzahl von familiären Verbindungen über die Orts- und Kirchspielgrenzen gab. Darüber hinaus sind auch Verknüpfungen zum Ortsfamilienbuch Memelland gegeben, da das Kirchspiel Gilge in geografischer Nähe zum Memelland (jedoch südlich der Memel) im Memeldelta gelegen ist. (Siehe auch Karte im Ortsfamilienbuch Memelland).

Auch gelten die im Ortsfamilienbuch Memelland gegebenen Hinweise zur Schreibweise und zur unterschiedlichen Nutzung der Vornamen entsprechend. Hinzuweisen ist auch darauf, dass die Pfarrer es mit der Schreibweise der Namen nie so genau nahmen, so ist häufig sogar in einundselben Eintrag der Familiennamen unterschiedlich geschrieben.

Die vorliegende Datenbank stellt den aktuellen Zwischenstand Februar 2009 dar. Manche familiären Verbindungen sind noch nicht endgültig gesichert; manche Personen tauchen mehrfach auf, z.B. in erster und zweiter Ehe, wenn noch nicht sicher ist, ob es sich um dieselbe Person oder wie auch häufig vorkommend um eine andere Person gleichen Namens handelt.
Meine private Datenbank kann ggf. bereits neuere Erkenntnisse enthalten.

Anfragen, Korrekturen, Ergänzungen und andere Hinweise sind immer sehr erwünscht:

Katharina Schroeter
Holtenauer Straße 223
24106 Kiel
kirchspiel.gilge@yahoo.de


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Pfeil www.bildarchiv-ostpreussen.de
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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Katharina Schroeter