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Ortsfamilienbuch Deutsch Rasselwitz

Deutsch-Rasselwitz (poln. Raclawice Slaskie) gehört zur Gemeinde Oberglogau (poln. Glogówek) im Regierungsbezirk Oppeln (Woiwodschaft Oppeln), im Kreis Neustadt in Oberschlesien (poln. Prudnik), gelegen an der Grenze zur Tschechischen Republik. Der Fluss Hotzenplotz (poln. Osobloga) fließt durch den Ort, eine alte Stahlbrücke verbindet die beiden Ortsteile. Außerdem war Deutsch-Rasselwitz ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt der Eisenbahnstrecke zwischen Neustadt und Leobschütz.

 

Blick auf Deutsch Rasselwitz

Kirche von Deutsch
Rasselwitz
Brücke in Deutsch Rasselwitz

Im Laufe der eigenen Familienforschung habe ich versucht, die Vorfahren in Deutsch- Rasselwitz zu erfassen, was jedoch erhebliche Schwierigkeiten auf Grund der vielen Personen gleichen Namens brachte. Anmerkung dazu: Anno 1778 am 27. Januar vermerkte der Erzpriester bei der kanonischen Visitation im „Kommunikanten-Buch“: Da die durchgängige und einnamige Freundschaft im Dorfe so groß ist, daß die Kommunikanten nach dem Alphabet nicht füglich und ohne große Verwirrung können eingeschrieben werden, so müssen sie nach Hausnummern eingetragen werden.

Irgendwann begann ich daher damit, alle Daten aus den bei den Mormonen, der Kirche Jesu Christi der Heiligen letzten Tage, verfilmten Kirchenbüchern mit einem Familienforschungsprogramm zu erfassen – und zwar auf Grund der spärlichen Daten zunächst ab 1820.

Das vorliegende Ortsfamilienbuch ist damit erst der Anfang einer Verkartung der Deutsch-Rasselwitzer Quellen, welches jedoch ständig erweitert und sporadisch aktualisiert wird.  Zur Zeit sind komplett erfasst:

Verfilmte Kirchenbücher der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen)
-   Trauungen für die Zeit von 1800-1868,
-   Taufen von 1800-1858 und
-   Beerdigungen der Jahrgänge 1800-1911

Personenstandsregister aus dem Landesarchiv Berlin I, veröffentlicht unter www.ancestry.de
„Östliche preußische Provinzen“ (Deutsch Rasselwitz, Krs. Neustadt/Oberschlesien) mit den vorhandenen Lücken
-  Heiraten 1874-1911
-  Geburten 1874-1911 (es fehlen 1896 und 1898)
-  Verstorbene 1874-1911

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass diese Datenbank die eigene Forschung nicht ersetzen kann, denn auch bei größtmöglicher Sorgfalt können mir Fehler bei Daten, Ortsangaben oder besonders bei Familienverknüpfungen unterlaufen sein, so dass ich keine Haftung für Richtigkeit übernehmen kann.



Auszug aus dem Schriftstück „Deutsch–Rasselwitz im Wechsel der Jahrhunderte“
Von Rektor Josef Pfeifer, herausgegeben von Josef Cyrus


Deutsch-Rasselwitz in frühester Zeit

Die Vergangenheit der Landgemeinde Deutsch-Rasselwitz ist mannigfaltig und belebt und entbehrt auch nicht bescheidener Reize. Sie lockte frühzeitig Siedler herbei, denn der Feldbau war hier weniger mühsam und mehr lohnend als anderwärts. Dazu kam der Fischreichtum der Hotzenplotz (Ossabloga, Ozoblog) und es fehlte auch nicht an guten Weide- und Jagdgründen im wohlgewässerten Tale und an den wald- und buschreichen Talrändern. Weiterhin dann die Lage am Kreuzungspunkte von zwei belebten Verkehrswegen: Oberglogau, Dirchelwitz, Deutsch-Paulowitz, Neustadt-Zülz, Deutsch-Probnitz, Gläsen, Leobschütz. Die Feldmark von Deutsch-Rasselwitz hatte, wie durch Bodenfunde erwiesen ist, schon vor etwa 3000 Jahren menschliche Niederlassungen. Schließlich kamen die slavischen Chrobsten, etwa in dem Zeitraum von 400-600 nach Christi.

Der Ort hieß nach der ältesten bisher bekannten Nachricht zuerst Razlawic. Der Name bedeutet: das Gut, die Besitzung, die Nachkommenschaft, das Dorf des Razla. Ein Razla mag also der slavische Gründer der Ortsanlage gewesen sein.

Razlawiz bei Hotzenplotz war nach einer Urkunde vom 29. September 1252 um diese Zeit ein dem Bistum Olmütz zugehöriges Dorf. In genannter Urkunde bestimmt Bischof Bruno von Olmütz für neu zu entrichtende 4 Dorfpfründen, das Dorf Razlawic bei Hotzenplotz. Der Bischof Bruno war ein überaus eifriger, hochbegabter, streitbarer Seelenhirt, gleichzeitig unter König Ottokar von Böhmen Statthalter von Mähren und dann unter König Rudolf von Habsburg Statthalter von Nordnähren und großer Kolonisator. Er rief fränkische und thüringische Ansiedler in das mährische Gesenke, besonders in die Teile seines Sprengels, die an die Breslauer Diözese grenzten, weil diese Gegenden durch den Mongolen-Einfall am meisten gelitten hatten. Ritter Wok von Rosenberg, sein treuer Vasall, tat nach dem Beispiel seines Oberherren zu gleicher Zeit viel für die deutsche Ansiedlung im „Neustädter Kreise“. (Der Gründer der Neustädter Burg Wogendrossel). Es wurde eine große Zahl von Ortschaften auf gerodetem Waldboden neu angelegt (darunter Glemkau, Zottig, Maidelberg, Pittarn, Waissack, Batzdorf, Hennersdorf, Johannistal und Petersdorf 1279). Vorhandene slavische Ortschaften wurden „zu deutschem Recht ausgesetzt“, d. h. in Dörfer mit deutscher Schulzenverwaltung. Solches geschah um die gleiche Zeit auch seitens der Herzöge von Oppeln, besonders unter Herzog Wladislaus (1246-1281). Es entstanden neue Dorfteile und aus dem Razlawic entwickelte sich allmählich ein Raßlawicz major (1387), Raßlawitz teutonicalis (1531) und Teuto Ratzlawicensis (1674) und endlich das Teütsch-Raßelwitz und Deutsch-Rasselwitz.

Das Ortsbild von Deutsch-Rasselwitz legte die Vermutung nahe, daß die heutige „Kolonie“ mit angrenzenden Gassen und Gäßlein der älteste Bestandteil des Dorfes sein könnte. Tiefer am Flußtal gelegen, hat dieser Bezirk den Charakter eines slavischen Haufendorfes (Rundlings). Die Ober- und Niederdorfstraße, höher gelegen mit Kirche, Pfarrei, Schule und ehemaliger Erbscholtei in der Mitte, stellen sich dagegen als deutsche Dorfanlage dar.

Die Kirche
Die katholische Pfarrkirche von Deutsch-Rasselwitz wurde wohl Ende des 14. Jahrhunderts unter Herzog Ladislaus von Oppeln gegründet, bereits 1371 bezeugt Dorfpfarrer Johannes in Roslawitz eine vorhandene Pfarrkirche, die dem heiligen Petrus und der heiligen Barbara geweiht war. Von 1524-1624 war Deutsch-Rasselwitz protestantisch und die damalige Pfarrkirche wurde periodisch zur Abhaltung des evangelischen Gottesdienstes benutzt. Ab September 1622 blieb die Kirche dann katholisch. Bei einem Einbruch am 4. Dezember 1709 wurden die wertvollsten Teile des Kirchenschatzes geraubt, 1758 stürzten in der Nacht Gewölbe und Dach der Kirche ein. Wegen Geldmangel begannen erst 1787 die Vorbereitungen für den Neubau einer Kirche und am 8. Dezember 1789 konnte die neue Kirche durch den Prälaten Franz Richter aus Oberglogau eingeweiht werden. Am 14. Februar 1846 schlug während eines Schneesturms der Blitz in den Turm und das Holzwerk fiel dem entstandenen Brand zum Opfer, die Glocken stürzten ab und schmolzen zum Teil. Die 1847 von H. P. Liebold in Gnadenfeld gelieferten neuen vier Glocken hießen Barbara, Maria, Johannes Nep. und Urban, sie wurden jedoch 1917 zum Teil für Kriegszwecke eingeschmolzen und erst 1922 durch neue ersetzt.

Die Schule
Bereits 1678 wird eine erste Schule genannt. 1793 ist laut Proventenbuch ein „noch gut bewohnbares Haus mit einem kleinen Viehhöfel“ erwähnt aber 1805 wurde das inzwischen unzureichende Schulhäusel abgebrochen und an seine Stelle trat ein massiver einstöckiger Bau mit Schindeln, zwei Lehrstuben, der Wohnung des Schullehrers und einer Adjuvanten-Wohnstube  (Maurermeister Riedel). 1829 wird ein zweites und 1838 ein drittes Lehrzimmer dazu gemietet. 1845 wurde das heutige Schul- und Küstergebäude errichtet

Dies ist nur ein grober Abriss der Deutsch-Rasselwitzer Geschichte – bei weiterem Interesse verweise ich auf das Buch „Deutsch Rasselwitz“ von Johannes Preisner.

Bisher bekannte Quellen:
Verfilmte Kirchenbücher der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen)
- Taufen 1659-1776, 1776-1830, 1831-1858
- Trauungen 1734-1868
- Beerdigungen 1734-1801, 1801-1870
- Beerdigungen 1843-1957
Personenstandsregister aus dem Landesarchiv Berlin I, veröffentlicht unter www.ancestry.de
„Östliche preußische Provinzen“ (Deutsch Rasselwitz, Krs. Neustadt/Oberschlesien) mit den vorhandenen Lücken
Geburten, Heiraten und Verstorbene aus den Jahren 1874-1938, jedoch mit großen Lücken und unter Berücksichtigung der deutschen Datenschutzbestimmungen
Kirchenbücher Bremen-Blumenthal katholisch
(nur die Personen und Familien aus Deutsch Rasselwitz und der näheren Umgebung) – mit freundlicher Genehmigung des Bistumsarchiv Hildesheim
- Taufen 1854-1885
- Trauungen 1854-1905
- Beerdigungen 1854-1905
Anzeigen aus dem „Neustädter Heimatbrief“
Daten privater Familienforscher


Literatur:
Buch „Deutsch Rasselwitz“ von Johannes Preisner, erschienen 2003 in Menden im Selbstverlag..
Buch „Der Kreis Neustadt/OS im alten Oppelner Urbarium von 1534“ von Richard Pohl, Johannes Preisner und Ralph Michael Wrobel, erschienen 2007 im Senfkornverlag unter der Landeskundlichen Schriftenreihe der Historischen Kommission für den Kreis Neustadt/Oberschlesien e. V.
Heimatchronik „Deutsch-Rasselwitz im Wechsel der Jahrhunderte 1252-1945“ von Rektor Josef Pfeifer, herausgegeben im November 1981 von Josef Cyrus, Hehlen, im Eigenverlag

An dieser Stelle möchte ich mich bedanken bei Allen, die mir geholfen haben, besonders bei Maik Gliese, Sebastian König, Ottilie Träger, geb. Steiner (verstorben am 13.06.2012 in Bremen-Lesum), Undine Lauf und Falko Wilsdorf für ihre Unterstützung, sowie bei Albert Emmerich und Herbert Juling für die Aufbereitung der Daten und Präsentation des Ortsfamilienbuches.


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Fragen zu den Daten, Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Bearbeiter dieses Ortsfamilienbuches:
Uta Bothe