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Ortsfamilienbuch Behrungen

Behrungen ist ein Dorf im Grabfeld, dicht an der südwestlichen Grenze des heutigen Kreises Schmalkalden-Meiningen gelegen. Zur Zeit (2002) werden für den Ort knapp 700 Einwohner angegeben. In den Jahren der Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg von 1945 bis 1990 lag Behrungen unmittelbar an der Demarkationslinie zwischen Ost und West: zunächst also an der 'Zonengrenze', nach 1949 an der Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, und zwar auf der östlichen Seite. Behrungen gehört heute zum Bundesland Thüringen, seine Einwohner fühlen sich aber wohl hauptsächlich als Bewohner des Grabfeldes, nicht so sehr als Thüringer.


Ansicht von Behrungen (1995) (Foto:Doris Günther)


Die Kirche in Behrungen (2002) (Foto: Doris Günther)
Behrungen hatte eine sehr wechselvolle Geschichte. Soweit bekannt, erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Behrungens im Jahre 795. "Behrungen war erst henneberg-schleusingisch, wurde aber 1440/53 zusammen mit Haina und Sülzdorf an Römhild abgetauscht, um 1549 nochmals an Schleusingen zu kommen. Es fiel dann 1660 an Altenburg, 1672 an Gotha, 1680 an Römhild, 1710 an Hildburghausen und 1826 an Meiningen, das den Ort mit dem zugehörigen kleinen Amt ("Kellerei") sofort Römhild angliederte." (Zitat aus: Günther Wölfing, Kleine Henneberger Landeskunde, Verlag Frankenschwelle Hans J. Salier, Hildburghausen 1995.)

Der Ort war befestigt und hatte zwei Tore, das 'Kuhtor' und das 'Lämmertor'. Besonders in den dreißiger und vierziger Jahren des 17. Jahrhunderts, also während des Dreißigjährigen Krieges, hatte Behrungen mehrfach schwer zu leiden. Besonders zu erwähnen sind hier die Zeit der Besetzung durch kaiserliche Truppen, Kroaten, unter Piccolomini sowie einige Fälle, in denen die gesamte Einwohnerschaft für mehrere Wochen das Dorf verließ und in Orten der Umgebung, z. B. in Mellrichstadt, Zuflucht suchte. Umgekehrt flüchteten zeitweise auch zahlreiche Einwohner von Rappershausen, einem Nachbardorf, nach Behrungen. 132 Sterbeeinträge allein im Jahr 1635 lassen erahnen, welchen Drangsalen die Einwohner durch die kaiserlichen Besatzer ausgesetzt waren.

1640 schreibt Pfarrer Matthäus Gottwald ins Kirchenbuch (S. 86): "Folgende Persohnen sind abgestorben theils unter dem feindseligen einfall der Keyserischen (?) Soldaten und gäntzlich ausplünderung, theils als der pfarrer mit seinen Pfarrkindern anfangs nach mellerstad, da man sich auf die 6 Wochen aufhalten müßen, darnach nach Römhild gewichen, und auch auf die 6 oder 7 Wochen alldo iämmerlich leben müssen. ..."

Und am Ende dieses Jahres gibt er an, wie viele Behrunger noch am Leben sind: "28 Wittben, 8 Wittber, 38 baar Ehevolks (76 Persohnen), 105 Jung und alt, Zusammen 217 lebendige Seelen ...".

Auch in einigen der folgenden Jahre bis 1670 findet man am Jahresende die Anzahl der Einwohner angegeben: 1641: 205 Seelen, 1642: 210 Seelen, 1649: 191 Seelen, 1651: 235 Seelen, 1652: 246 Seelen, 1653: 261 Seelen, 1654: 270 Seelen, 1655: 280 Seelen, 1656: 288 Seelen, 1657: 297 Seelen, 1658: 306 Seelen, 1659: 308 Seelen, 1660: 311 Seelen, 1661: 305 Seelen, 1662: 298 Seelen, 1663: 307 Seelen, 1664: 320 Seelen, 1665: 323 Seelen, 1666: 331 Seelen, 1667: 326 Seelen, 1668: 322 Seelen, 1670: 340 Seelen.
1640 hatten kaiserliche Soldaten das Dorf in Brand gesteckt. Dabei fielen etwa zwei Drittel aller Gebäude den Flammen zum Opfer. 1752 vernichtete ein Großbrand den westlichen Teil des Dorfes: 40 (Wohn-) Häuser sowie 45 'Städel' wurden vernichtet, weitere Häuser und Ställe wurden schwer beschädigt.

Denen, die sich genauer über Behrungen und seine Geschichte informieren möchten, sei das Buch 'Behrungen, Geschichte eines Dorfes im Grabfeld' empfohlen. Es handelt sich dabei um eine Ortschronik, die 1995 anläßlich der Feier zum 1200jährigen Bestehen des Dorfes von der Gemeinde Behrungen herausgegeben wurde.

 

In dieser Ortsfamilien-Datenbank sind Personen aus den Jahren 1605 - 1852 erfaßt.

 

Zur Vorgeschichte

Die Suche nach den Vorfahren meiner Kinder führte mich auch nach Behrungen; dort wurde einer ihrer Urgroßväter geboren. Wie sich bald herausstellte, stammten auch dessen Vorfahren größtenteils aus Behrungen. Es erwies sich aber als fast unmöglich, die erstrebte Vorfahrenliste fehlerfrei zu erarbeiten. Im 17. und auch noch im 18. Jahrhundert gab es im Dorf nur wenige verschiedene Familiennamen. Da gleichzeitig auch die Auswahl der verwendeten Vornamen äußerst klein war, kann es sehr leicht zu Verwechslungen kommen. Und dies um so mehr, als die meisten Einträge im Kirchenbuch überaus knapp gehalten waren. Das begann sich erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts herum allmählich zu ändern.

Daher entschloß ich mich, nicht nur die für meine eigene Familienforschung - vermeintlich! - relevanten Einträge, sondern alle Einträge des ältesten Behrunger Kirchenbuches (1605 bis 1768) abzuschreiben. Wenn man einige hundert Kilometer vom Aufbewahrungsort des Kirchenbuches entfernt wohnt, ist das freilich leichter gesagt als getan! Obwohl ich mehrere Male jeweils für einige Tage vor Ort war, wäre die Arbeit erst viel später erledigt gewesen, wenn ich nicht tatkräftige Unterstützung durch Frau Doris Günther aus Behrungen erfahren hätte, die die Einträge von 1701 bis 1768 abgeschrieben hat.
Ich habe die Einträge zunächst in einer Access-Datenbank erfaßt und sie dann in ein Genealogie-Programm eingegeben, so daß Familienverbände erkennbar wurden.

Zur Quellenlage

Fast alle Daten, die im Familienbuch genannt werden, entstammen den ältesten beiden Kirchenbüchern der evangelisch-lutherischen Gemeinde Behrungen. Sie befinden sich im evangelischen Pfarramt in Queienfeld.

Das älteste Kirchenbuch beginnt im Juli 1605 offenbar beim Amtsantritt des Pfarrers Michael Muretus. Es reicht bis 1768. Sein derzeitiger Zustand ist schlecht, es müßte dringend repariert und neu gebunden werden.
Beschädigungen und Abgriff an den Seitenrändern haben gelegentlich zum Verlust von Daten (vor allem Tage, ab und zu auch Monate) von Geburtseinträgen geführt. Es ist auch nicht immer eindeutig feststellbar, ob es sich bei einem Datum um den Tag der Geburt oder den der Taufe bzw. um den Tag des Todes oder den der Beerdigung handelt. Man kann aber sehr sicher davon ausgehen, daß zur fraglichen Zeit Taufen noch am Tag der Geburt oder einen (höchstens zwei) Tage später erfolgten. Beerdigt wurde stets einen Tag oder zwei Tage nach dem Todestag. Bei den Einträgen scheint es auch kleinere zeitliche Lücken zu geben, nachdem der jeweils amtierende Pfarrer verstorben war, so z.B. 1638. Man wird auch annehmen können, daß für die bereits erwähnten Zeiten, zu denen sich die Behrunger auf der Flucht außerhalb des Ortes befanden, nicht unbedingt alle Geburten, Trauungen und Sterbefälle im Kirchenbuch nachgetragen wurden.
Die Schrift ist zum Teil sehr schwer lesbar; in einigen Einzelfällen konnte ich sie kaum oder (bei Familiennamen) gar nicht entziffern. Besonders in den ersten Jahrzehnten sind die meisten Einträge überaus knapp gefaßt, so daß manchmal eine zweifelsfreie Zuordnung zu bestimmten Personen oder Familien kaum oder gar nicht möglich ist. Im Familienbuch sind Fälle, in denen die Filiation unsicher ist, kenntlich gemacht. Bei Personen, die vor dem Juli 1605 geboren wurden, läßt sich die Filiation gelegentlich nur aus Pateneinträgen - 'Sohn von ...' oder 'Tochter von ...' - ablesen. Deshalb habe ich in den ersten Jahrzehnten das Auftreten als Pate bei der 'Historie' der Person erwähnt. Bis 1753 wird in den Geburtseinträgen fast nie der Name der Mutter genannt, dies geschieht erst ab 1754, jedenfalls in den meisten Fällen.
Die Umstellung vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender geschah in Behrungen im Jahre 1700. In diesem Jahr folgte auf den 18. Februar der 1. März.
Das zweite Behrunger Kirchenbuch umfaßt den Zeitraum von 1769 bis Januar / Februar 1853. Es ist weit besser erhalten als das erste; die Einträge enthalten in der Regel alle wichtigen Details, so daß für diesen Zeitraum Daten, Personen und Familien sehr zuverlässig zugeordnet werden können. Auffallend ist, daß es über einen längeren Zeitraum üblich war, als Taufpaten auch kleinere Schulkinder anzugeben, deren Stelle bei der Taufe ihr Vater oder ihre Mutter vertrat. Im Familienbuch sind aber immer die Paten, nicht ihre Stellvertreter genannt. Erfaßt wurden alle regulären Einträge von Geburten, Trauungen und Sterbefällen - auch von Nicht-Behrungern. Ausgenommen sind lediglich einige Seiten mit Sterbefällen, die sich ausschließlich auf Einwohner von Rappershausen beziehen, die sich während des Dreißigjährigen Krieges auf der Flucht in Behrungen aufgehalten haben.

Wer einmal selbst versucht hat, seine Vorfahren zu ermitteln, weiß, wie mühevoll es sein kann, nach der Herkunft von nicht aus dem Ort stammenden Ehegatten zu suchen; nur zu oft liefert das Kirchenbuch keinen Hinweis. In einigen Fällen dieser Art konnten die Familien der aus Orten in der Umgebung von Behrungen (z.B. aus Berkach) Zugewanderten gefunden werden. Diese Familien habe ich in das Behrunger Familienbuch aufgenommen, obwohl sie, streng genommen, nicht dazugehören. Die zu dem Pfarrer Wolfgang Weißheit zusätzlich genannten Daten entstammen einer Datei, die ich im Internet fand.
Ein etwas heikles Kapitel ist die sehr unterschiedliche Schreibweise einiger Familiennamen. Als Beispiele seien genannt: Hornung, Hörnung, Hörning, ..., oder Hähner, Hener, Hehner, Heyner, ..., auch Seifert, Seyfarth, Seyfriedt, ..., usw. Ich habe mich da i. a. für eine Version entschieden und eine häufig verwendete zweite Schreibweise als 'Aliasname' ins Programm eingegeben. (Das nach meinem Dafürhalten sonst recht gut zu handhabende Genealogieprogramm GES-2000.e scheint mir hier eine seiner Schwachstellen zu haben.)

Nach derzeitigem Verständnis müßten für ein 'richtiges' Familienbuch außer den Kirchenbüchern auch noch möglichst alle weiteren Quellen, falls vorhanden, verwendet werden. Das ist hier nicht geschehen, und insofern ist die vorliegende Arbeit unvollständig. Auch die im ältesten Kirchenbuch befindlichen chronologischen Aufzeichnungen der jeweiligen Pfarrer wurden nur ausnahmsweise verwendet. Dieses älteste Kirchenbuch enthält auf den letzten Seiten auch noch eine Nachkommenliste Stumpf und eine Vorfahrenliste Wölfing (diese mit vielen Fehlern) sowie ein Verzeichnis über eine 'Waffenmusterung' 1577 und eines über die 'Erbhuldigung' 1606. Die beiden zuletzt genannten Verzeichnisse dürften aus genealogischer Sicht recht interessant sein. Sie sind deshalb - nach Familiennamen sortiert - als RTF-Dateien zum Download bereitgestellt.

Wie ich eingangs geschildert habe, entstand das Familienbuch zunächst nur zum eigenen Gebrauch. Ich denke aber nun, da es fertiggestellt ist, daß es auch anderen, die in Behrungen Familienforschung betreiben, nützlich sein kann. Allerdings darf man nicht vergessen, daß die Herstellung eines solchen Familienbuches auch immer ein hohes Maß an Interpretation beinhaltet, die auch bei sorgfältigstem Vorgehen zu fehlerhaften Ergebnissen führen kann. Ich hoffe jedoch, daß sich die Zahl der Fehler in Grenzen hält. Auch hier hat mir Frau Doris Günther geholfen, einige Fehler zu erkennen und zu berichtigen. Besonders dankbar bin ich auch dem Pastorenehepaar Rinecker, bis Herbst 2000 in Queienfeld, das es mir durch großzügiges Entgegenkommen überhaupt erst ermöglicht hat, diese Arbeit in Angriff zu nehmen.

Das Behrunger Ortsfamilienbuch wurde Ende des Jahres 2002 auf dem Server des Vereins für Computergenealogie im Internet veröffentlicht. Inzwischen konnten einige Fehler berichtigt werden. Durch weitere Recherchen haben sich auch eine Reihe von Ergänzungen ergeben. Viele zusätzliche Ergänzungen waren möglich, nachdem mir Frau Karina Kulbach-Fricke die von ihr im Rahmen ihrer eigenen Familienforschung hergestellten Familienbücher für die Orte Aubstadt, Gollmuthausen, Rappershausen und Waltershausen zur Verfügung gestellt hatte. Ihr sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt. Bei Daten, die aus diesen Familienbüchern stammen, ist als Quelle 'FB Aubstadt', 'FB Gollmuthausen', 'FB Rappershausen' oder 'FB Waltershausen' angegeben.

Braunschweig, im August 2005

Hartwig Quabeck


Mit Einverständnis der Familie des leider verstorbenen Autors habe ich im März 2013 die Betreuung des vorliegenden Ortsfamilienbuchs übernommen. Gelegentliche Ergänzungen aus anderweitigen Quellen sind als Nachträge (»[krh]«) gekennzeichnet. Unverändert verfügbar bleibt weiterhin auch das ursprüngliche Werk.
Karl-Rudolf Höhn


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Karl-Rudolf Höhn