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Ortsfamilienbuch Bauerwitz

Das Ortsfamilienbuch Bauerwitz beschreibt die Einwohner des Städtchens Bauerwitz in Oberschlesien und der diesem zugeordnete Orte und Gutsbezirke in ihren sozialen Zusammen-hängen für die Jahre 1688 bis 1829 (1847).

Historische Karte Bauerwitz
Meßtischblatt des Deutschen Reiches (klicken zum Vergrößern)

Hierzu standen digitalisierte Kirchenbuchabschriften zur Verfügung, die dem Staatsarchiv in Troppau und dem Archiv der Diozese Olmütz entstammen. Diese Digitalisate/Daten wurden mir von Stefan Guzy , Wilfried Kalabis und Bernhard Bialas zur Verfügung gestellt oder von Zdenek Moravcik käuflich erworben. Die Unterlagen weisen dennoch in den Jahrgängen 1705/6, 1767, 1809/10 und 1828 Lücken auf. Von den ebenfalls fehlenden Jahrgängen 1812 – 1820 wurden von mir im Staatsarchiv Oppeln lediglich Abschriften für die Familien Mende und Nowak gefertigt (Fotografierverbot). Dennoch konnten für das Ortsfamilienbuch Bauerwitz mehr als 28.000 Personen-Datensätze erstellt und in ihren sozialen Verbindungen über eineinhalb Jahrhunderte dargestellt werden. Der zusätzliche Jahrgang 1847 wurde letztlich hinzu-/eingefügt. Einige Daten, z.B. solche auswärtiger Eheschließungen wurde aus anderen Orten z.B. Matzkirch eingefügt. Die entsprechenden Fotos der Kirchenbuchseiten liegen vor. Daten aus den fehlenden Jahrgängen wurden errechnet.

Die Umgangssprache der Bevölkerung von Bauerwitz war im Berichtszeitraum weitgehend Mährisch (90 %). Doch wurde 1881 berichtet, dass der größte Teil der Bevölkerung der deutschen Sprache mächtig ist. Diese sprachliche Situation spiegelt sich auch in den Kirchenbüchern (Abschriften) wieder. Die Amtssprache der Pfarrer war weitgehend die deutsche Sprache, die in den Kirchen-büchern zum Teil in Kirchenlatein umgesetzt wurde. Die Eigennamen bei den kirchlichen Handlungen wurden von den Betroffenen sicher mündlich übergeben und in unterschiedlicher Schreibweise aufgenommen oder in deutsche oder slawische Schreibweise umgesetzt. Letztlich führte auch die Übertragung in die Abschriften zu Änderungen, die heute die vielen Namensvarianten darstellen. Ich will an dieser Stelle einige Nachnamen nennen, die nicht nur in einzelnen Buchstaben, sondern im zum Teil auch Wortstamm geändert wurden:
Safarz, Shafarz, Schaffarczik, Schäffer, Schöpfer, Scheffer
Stagir, Stager, Steiger, Steier, Steuer
Spicz, Spica, Spicza, Schpitz, Spetz, Shvitz
Gelonek, Gelinek, Hirschel, Herschel
Mierwianka, Mierzwianky, Mirwa, Merva
Pöltzer, Poltzewa, Piltzer, Pilczer, Bilzer, Biltzer
Kinner, Kinder, Küner, Kerner, Körner
 
Nicht nur die Rundung von Vokalen ist zu beobachten, die Umsetzung von mährischer in deutsche Schreibweise „cz“ in „sch, tsch, tz“ und umgekehrt, auch eine Verschiebung vom Mährischen ins Polnische von „v“ nach „w“ ist an meinem eigenen Namen zu erläutern. Während sich meine Vorfahren in Bauerwitz noch mährisch Novack (nova) nannten wurde daraus nach der Einheirat in Matzkirch bei den Urgroßeltern ein polnisches Nowak (nowa), wie es die Grabsteininschrift auch mit polnischem Text in Matzkirch heute noch bezeugt.
Im Laufe der Arbeiten zum OFB Bauerwitz zeigte es sich als sinnvoll, einige Namensschreibweisen zu vereinheitlichen, wie bei dem häufig vorkommenden Namen Kurzidim. Hier galt für mich die in den Adressbüchern 1935/41 vorgefundenen letzten Schreibweisen. Nicht in allen Fällen konnte dieses Verfahren, das sich für Suchstrategien mit dem Programm PCA2004 als nützlich erwiesen hat, angewendet werden. So zeigten sich Familien auch in neueren Registern (Adressbüchern) in unterschiedlicher Schreibweise: Fühlbier – Felbier.
 
Als nächster Stolperstein erwiesen sich die Ortsnamen, die im Laufe der Jahrzehnte doch häufig in ihrer Schreibweise wechselten. Sie zeigen nicht nur Merkmale des Kirchenbuchführers, sondern wechseln munter von einer slawische zu einer deutschen und auch zeitgenössisch latinisierten Form. Im Zweifelsfall habe ich hier die im Originaltext vorgefundenen Formen gewählt, um eine Verfäl-schung möglichst zu vermeiden. Ich weise aber ausdrücklich darauf hin, dass bei 28.000 Datensätzen und fehlenden Basisdaten Interpretationsfehler eingeräumt werden. Etliche Unstimmigkeiten wurden bereits in den Kirchenbuchabschriften festgestellt, die sich sowohl auf Namen als auch auf Altersangaben bei Heirat und in Sterbefällen beziehen.
 
Zum Ort Bauerwitz selbst beziehe ich mich auf die „Kurze Geschichte der Stadt Bauerwitz, gesammelt aus den Werken des Freiherrn von Saurma auf Jeltsch und aus Weshels und Dr. Wollyns Geschichte, von Anton Tschauder, Hauptlehrer 1881 niedergeschrieben.
 
Bauerwitz liegt im östlichen Teil des Kreises Leobschütz in Oberschlesien am linken Ufer der Zinna längs der Landstrasse von Ratibor nach Leobschütz. Im Laufe der Jahrhunderte hat es eine Reihe von Namen angenommen wie Bawrowicz, Bavarow, Bavorow, Baberow, Babronicz und Baborow. Der Name der Stadt soll sich aus dem Namen des Gründers Bawor herleiten, aber bereits in der Gründungsurkunde von 1296 tauchte der Name Bauerwitz auf. Ab diesem Zeitpunkt hatte Bauerwitz bereits Stadtrecht, verfiel dann aber zu einem Marktflecken und hatte erst 1781 wieder die Rechte einer Mediat-Stadt. Das Städtchen Bauerwitz besitzt wie die meisten schlesischen Städte einen Ring (Marktplatz), wird im 19. Jhdt. aber eher aber als ländlich beschrieben. Die Häuser stehen in der Regel mit der Giebelseite zur Strasse gewendet, zwischen den Häusern befindet sich dann jeweils eine Einfahrt.
Einen starken Bevölkerungszuwachs erlebt Bauerwitz Ende des 18. und bis zur Mitte des 19. Jhdts. Lebten 1781 noch 1301 Bewohner in Bauerwitz, so sind es 1861 bereits 2371 Einwohner. Davon sind 2784 katholisch, 11 evangelisch und 19 jüdischen Glaubens. Evangelische sind nach Leobschütz eingepfarrt und Juden gehören zur Synagogengemeinschaft in Katscher.
Ursprünglich gehörte Bauerwitz zum Herzogtum Troppau, seit 1377 aber zum neu erstandenen Fürstentum Jägerndorf, dessen Teil mit Bauerwitz 1742 an Preußen abgetreten wurde.
Zur Pfarrgemeine Bauerwitz gehörten auch die Dörfer Zülkowitz (Zilchowitz, Sulcan), Tschirmkau (Czirmkau, Czirbenkau) und Eiglau (Dgehilhau), ab dem 18. Jhdt. auch Rakau. Das zu dem Dominikanerinnenstift in Ratibor gehörende Gut Bauerwitz war lange Zeit Streitobjekt mit den weltlichen Herren. Zum Gut Bauerwitz gehörten auch die Orte Lissek, Pogrzebin, Lubom, Markowitz, Bujanow, Bieskau, die Hälfte von Zauchwitz, Autischkau, Warmunthau und das Vorwerk Mosurau. Zeitweilig gehörten ganz Zauchwitz (Czwchenczin), Bieskau (Bezdzecow) und Osterwitz (Neca-zanieze). Kösling (Kozlow) und Hohndorf (Bumalow) zu Bauerwitz, wurden aber in Folge von Besitzerwechseln abgetreten.
Wird die Stadt zunächst vom Vogt des Gutes mitverwaltet, so tritt an dessen Stelle um 1750 ein Bürgermeister.
Der größte Teil der Bevölkerung von Bauerwitz und den zu der Pfarrei gehörenden Orten betreibt Landwirtschaft. Um Handwerker in die Stadt zu ziehen, wurde für diese bereits 1613 die Robotpflicht erlassen. So bildeten sich in der Mitte des 18. Jhdts. Zünfte aus, wobei die Schuhmacher 1784 mit 49 Handwerkern die größte Zunft bildeten (1752 gegründet). Bei der landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung unterscheidet das Kirchenbuch zeitweilig zwischen Civis (Ackerbürgern) und Dominicalis (Angehörigen des Gutes). Die Civis und Concivis, die einem Handwerk nachgehen, werden erst später ihrem Handwerk zugeordnet.
Der Ort der kirchlichen Handlungen ist aus den Kirchenbuchabschriften nicht immer klar ersichtlich. Trauungen fanden demnach, auch für die zugehörigen Orte mit Einschränkungen nur in der Pfarrkirche ad Mariae Nativitatem statt, Taufen und Beerdigungen auch am Ort der Betroffenen.
 
Zu den Ortsnamen wurde oben bereits angeführt, dass in Zweifelsfällen die in den Kirchebuchabschriften vorgefundenen Schreibweisen übernommen wurden.
 
Der Umfang der Arbeit und die sprachlichen Besonderheiten der Orte Bauerwitz, Tschirmkau, Rakau, Zülkowitz und Eiglau lassen vermuten, dass ich nicht den Anspruch erhebe darf ein fehlerfreies Orts-familienbuch vorzulegen. Ich möchte dennoch dem Familienforscher, der seinen Forschungsbereich in Oberschlesien sieht, Hilfestellung bei der eigenen Forschung leisten, bin aber selbst für alle Hinweise und Korrekturen offen.
 
Ulrich Nowak


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Ulrich Nowak