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Ortsfamilienbuch Aßlar

Abb. 1: Ortsansicht von Klein-Altenstädten aus gesehen (um 1920)
Abb. 2: Ev. Kirche auf dem Kirchberg (um 1950)
Abb. 3: Asslarer Hütte (um 1930)
Abb. 4: Hauptstraße (‚Engpass’, 1962)
Asslar ist eine Kleinstadt in Mittelhessen mit 9000 Einwohnern. Sie liegt auf 150 bis 250 m Höhe im unteren Dilltal, 6 km von Wetzlar entfernt zwischen den letzten Ausläufern des Westerwalds und dem Gladenbacher Bergland und gehört zum Lahn-Dill-Kreis.

Der Name
Bei Asslar oder Aßlar streitet man sich schon über die Schreibung des Namens. Auf dem Ortsschild steht er mit ‚ß’. Wenn man zurück zur Ersterwähnung im Lorscher Codex geht, die auf das Jahr 783 datiert, hieß es damals ‚Haselare’. Das bedeutet so viel wie ‚Haselplatz’ und die Endung ‚lare’ zeigt, dass der Name aus der germanischen Besiedlungszeit um 300 bis 500 n. Chr. stammt. Vielleicht waren es die Chatten, also die Vorfahren der heutigen Hessen, die den Ort gründeten. Richtig wäre also eigentlich die Schreibung ‚Aslar’. ‚Aßlar’ ist etymologisch (von der Wortgeschichte her) falsch, denn hätte es im Mittelalter Atlar und dann Aszlar heißen müssen. Also wenn schon nicht ‚Aslar’, dann wenigstens ‚Asslar’ (auch ganz ohne Rechtschreibreform)!

Geschichte
Auf diesem früher von Haseln gesäumten Kultplatz, der hoch über Tal auf einem Felsvorsprung lag, bauten die Asslarer, nachdem sie christianisiert worden waren, schon vor über 1000 Jahren eine Kirche. Unterhalb der Kirche entwickelte sich am Bornbach die kleine Siedlung weiter, begünstigt durch die in der Nähe vorbeiführende Fernstraße ‚Hohe Straße’ (von Wetzlar ins Siegerland). Die Kirche steht mehrfach umgebaut noch immer dort und liegt heute mitten im Ort (Abb. 2).

Für die Entwicklung Asslars spielten v.a. die Eisenerzvorkommen des Lahn-Dill-Gebiets eine große Rolle. Schon 1314 wird eine Erzgrube bei Asslar erwähnt. Das Erz wurde zuerst in Waldschmieden verarbeitet. Die Grafen von Solms, die Landesherren im Mittelalter bis 1806, legten im 16. und 17. Jahrhundert einige Hüttenwerke an. Graf Konrad gründete 1587 so auch die Asslarer Hütte. Die Hütte zog viele Handwerker aus anderen Gegenden an bzw. die Grafen warben sie für ihre Dienste an. Auch verwandtes Gewerbe konnte sich durch die Eisenverhüttung entwickeln, wie z.B. der Glockenguss. Durch die Herstellung von Glocken, Gussöfen, Draht und Kanonen hatte Asslar über viele Jahrzehnte überregionale Bedeutung. Der Böden rund um Asslar sind nicht von besonders guter Qualität, so dass man durch die Landwirtschaft hier nie reich werden konnte. Der Uzname der Asslarer ist daher auch ‚Howwerbäller’ (Haferbettler). Nicht von allen, denn an dieser Stelle muss ich sagen, dass es eigentlich zwei Sorten Asslarer gibt, nämlich ‚hewwer und drewwer’ (hüben und drüben von der Dill aus gesehen). Das ‚eigentliche’ Asslar, rund um die Kirche und das 2 km entfernt südlich der Dill gelegene Klein-Altenstädten. Dort wohnen die ‚Kiizeloi’. Klein-Altenstädten hatte nie eine Kirche oder Kapelle und auch nie einen Schultheißen. Es gehörte gemeindlich also schon immer zu Asslar. Trotzdem, sagen viele, gäbe es natürlich große Unterschiede zwischen den Leuten.
Auch die Asslarer Hütte (Abb. 3) liegt 2 km vom Ortskern entfernt, was ehemals außerhalb war. Auch dort und auf der auf halbem Weg gelegenen Ziegelhütte wohnten über Jahrhunderte einige Familien, was im Kirchenbuch vermerkt wurde.

Asslar ist, obwohl immer ein Dorf, wenn auch ein größeres, schon seit fast 500 Jahren durch die oben angesprochene Eisenverhüttung nicht mehr rein landwirtschaftlich geprägt. Liefen die Verkehrsströme im Mittelalter über die ‚Hohe Straße’, wurde die Industrialisierung ab 1860 durch den Bau der Eisenbahn (Strecke Gießen-Siegen) noch verstärkt, was sich auch deutlich an den Einwohnerzahlen abzeichnete. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden um die 1000 Heimatvertriebene aufgenommen.
Trotzdem hatte es bis in die 1960er Jahre ein typisch dörfliches Gepräge, mit dem Ortskern aus dicht beieinander stehenden Fachwerkhäusern (Abb. 4). Erst durch die ‚Modernisierung’ im Zuge der Verbreiterung der Straßen und dem Abriss vieler alter Häuser (bis heute!) hat es diesen Charakter und damit ein Teil seines Gesichts Stück für Stück verloren.

Durch die Gebietsreform wurden in den 70er Jahren die Nachbardörfer Bechlingen, Berghausen, Bermoll, Oberlemp und Werdorf eingemeindet und seit 1978 trägt Asslar den Titel ‚Stadt’. Mit den eingemeindeten Orten zählt sie heute knapp 14000 Einwohner. Heute ist Asslar eine kleine Stadt, die einerseits durch viele Gewerbebetriebe gute Arbeitsplatz- und Einkaufsmöglichkeiten bietet, von wo aus man andererseits aber auch noch schnell in der Natur ist.

Entwicklung der Einwohnerzahlen
1653 - etwa 300 (rund 60 Familien)
1716 - etwa 450 (etwa 90 Familien)
1834 - 929
1846 - 1134
1885 - 1324
1910 - 2442 (und damit nach Wetzlar der zweitgrößte Ort im Altkreis Wetzlar)
1939 - 3781
1946 - 4929
1967 - 6656
1983 - 7500

Kirchliche Entwicklung
Mit dem Augsburger Religionsfrieden trat Graf Philipp von Solms offen zur Reformation über, so dass automatisch alle Einwohner evangelisch wurden, genauer gesagt reformiert. Dadurch kam es nach 1680 zur Aufnahme von Hugenotten, die allerdings in Asslar nicht lange blieben.
Schon um 1650 werden in Akten jüdische Einwohner erwähnt. Sehr wahrscheinlich stellten sie seit dieser Zeit einen Teil der Bevölkerung. Die jüdische Gemeinde hatte in der Obergasse die ‚Jirreschuul’ (Synagoge). Alle jüdischen Einwohner wurden von den Nazis deportiert.
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts waren daher bis auf wenige jüdische Familien (diese kann man seit 1650 nachweisen) alle Einwohner evangelisch. Wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Auflösung des nahen Klosters Altenberg kamen die ersten katholischen Einwohner dauerhaft nach Asslar, v.a. nach Klein-Altenstädten. Sie wurden von Wetzlar aus versorgt. Nach dem Krieg stieg vor allem durch die Vertriebenen der Anteil der Katholiken stärker an.
Mindestens seit der Reformation hatte der Asslarer Pfarrer außerdem noch den Nachbarort Niedergirmes zu versorgen. Die beiden Gemeinden bildeten bis 1903 ein Kirchspiel.

Bemerkungen / Quellen:

Die Asslarer Kirchenbücher beginnen 1693 und sind v.a in den Anfangsjahren z.T. sehr knapp geführt, da ein Teil von ihnen um 1800 von einem späteren Pfarrer abgeschrieben wurden, der die Herkunftsangaben bei Heiraten oder Paten für nicht besonders wichtig hielt. Die Herkunft vieler Namen bzw. Familien ist deshalb nur schwer festzustellen. Vor allem deshalb habe ich versucht aus den Kirchenbüchern der Nachbarorte fehlende Daten zu ergänzen. Eine weitere wichtige Quelle sind die Währschafts- und Gerichtsbücher des Loher Landgerichts, des Gerichts für die niedere Gerichtsbarkeit. Dort sind viele Familienbeziehungen genannt, die auch vor die Zeit des Kirchenbuchs reichen.
In der Datei sind alle im KB auftauchenden Personen aufgenommen. Bei denen, die nur als Paten auftauchen fehlt aus den genannten Gründen oft die Herkunftsangabe. Ihr Alter ist geschätzt (mindestens 14/15 Jahre bei Patenschaft)
Ausgewertete KB Asslar: Taufen, Konfirmationen, Beerdigungen 1693-1893, Heiraten 1693-1900.
Ausgewertete Gerichtsbücher des Loher Landgerichts: 1638-1744.
Register der Israelitischen Gemeinde im KB Asslar und Register der Juden beim Kreisgericht Wetzlar
Hofmann, Rudolf; Braun, Karl (1960): Heimatbuch der Gemeinde Aßlar
Stumpf, Otto: (1983) Familienbuch Gießen
Schwarz, Gerd (2007): Familienbuch des Kirchspiels Nenderoth
Einige Einträge aus GedBas und www.familysearch.org

Dankeschön
Ganz herzlich möchte ich mich bei folgenden Heimatforschern für vielerlei Hilfe bedanken, ohne die die Auswertung nicht möglich gewesen wäre (in der Reihenfolge ihres ‚Erscheinens’ bei den Forschungsarbeiten):

  • Herr Heinz Dietrich aus Asslar für die Einführung in die Ahnenforschung vor 20 Jahren, ein immer offenes Haus und Ohr bei Fragen, Informationen v.a. aus Niedergirmes, Hermannstein, Werdorf und Berghausen.
  • Herr Manfred Schmidt aus Krofdorf-Gleiberg für die große Hilfsbereitschaft in allen möglichen Dingen, viele gute Ratschläge gerade in schwierigen Fällen und die Bereitstellung einer Unmenge von Daten.
  • Herr Dr. Hebel vom Staatsarchiv Wiesbaden, der mir durch sein Entgegenkommen die Auswertung der Loher Gerichtsbücher ermöglichte.
  • Herr Arno Fitzler aus Braunfels für die Bereitstellung von Einwohnerlisten aus dem Fürstlich Solmsischen Archiv in Braunfels.
  • Herr Erich Hahn aus Berghausen für viele Daten und Anmerkungen zu Familien aus Berghausen und Werdrof
  • Herr Hartmut Klein aus Klein-Linden für einen regen und vielfältigen Forschungsaustausch.
  • Herr Manfred Kern für viele familienkundliche Daten aus Naunheim
  • Herr Werner Heidrich für die auf dieser Seite veröffentlichten Bilder


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Markus Will